Optimismus vs. Zuversicht
Kennen Sie das auch? Immer wieder hören Sie: „Alles wird gut, sorge Dich nicht“ Ist das eine Haltung mit viel Zuversicht und viel Vertrauen in die Zukunft und auf das eigene Tun? Oder doch nur naiver Optimismus? Und wie wirkt sich das Ganze auf Ihre Mitarbeiter- und Kundenbeziehungen aus?
Optimismus vs. Zuversicht

Zwischen Glaube und Überzeugung?

Optimismus ist ein reiner Glaube. Man glaubt oder hofft auf ein positives Ereignis in der Zukunft. Da
er nicht an konkrete Maßnahmen geknüpft ist, kann er kaum beeinflussen. Ist ein positives und
sympathisches Auftreten gleichbedeutend mit Optimismus, so muss dies allerdings nicht unbedingt
stören. Handelt es sich allerdings um einen „aufgesetzten Zweckoptimismus“, kann es schnell dazu
führen, nicht ernst genommen zu werden. „…wird schon werden“ ist hier der falsche Gedankengang.
Ist er daher für ein Business nützlich? Wahrscheinlich eher nicht…
Zuversicht hingegen entsteht durch Überzeugung. Ist man überzeugt davon, dass die empfohlenen
oder ausgewählten Maßnahmen bzw. Handlungen zu einem positiven Ergebnis führen, so werden die
Ziele eher erreicht. Handelt es sich beispielsweise um ein vorgeschlagenes Konzept, so sollte man
selbst erläutern, weshalb man von der positiven Auswirkung überzeugt ist. Hierbei lässt sich gut auf
Referenzen, Beispiele oder die eigene Erfahrung verweisen. Strahlt man diese Überzeugung aus,
vermittelt man Vertrauen.

Die Zuversicht unterscheidet sich daher stark vom Optimismus. Sie entsteht durch das Ergreifen von
Maßnahmen oder von Handlungen: „Ich bin zuversichtlich, dass meine Maßnahme greift, denn ich
habe sie aus bestimmten Gründen ergriffen“. Es ist also die Zuversicht, die auf das Ergebnis Einfluss
nimmt.

 

Warum fällt uns Optimismus leichter als Zuversicht?

Ist man optimistisch und glaubt, dass morgen die Sonne scheint, so wird niemand einen dafür
verantwortlich machen, wenn es regnet. Optimismus ist einfach. Ist man hingegen zuversichtlich,
dass die entwickelte Maßnahme erfolgreich ist, steht man selbst in Erklärung, möglicherweise sogar
in der Verantwortung, sollte es nicht funktionieren. Ist es also ein Thema der Verantwortung,
weshalb man sich mit (Zweck)-Optimismus manchmal leichter tut als mit der konkreten Ausstrahlung
der Zuversicht? Zuversicht ist schwer.
Betrachtet man das Ganze aus einem anderen Blickwinkel, so muss Optimismus nicht immer
automatisch einfacher oder leichter sein. Ist man (grundlos) optimistisch und das Positive ist nicht
eingetreten, fällt es einem zukünftig vielleicht schwerer, noch einmal optimistisch zu sein. Zuversicht
entsteht beim Sender im Kopf (Haltung) und beim Empfänger landet sie im Bauch und sorgt dort für
ein vertrauensvolles Gefühl.

Zuversicht macht Ihre Mitarbeiter kompetenter und stärkt das Vertrauen bei Ihren Kunden.

Die Zuversicht kann ein wichtiger Bestandteil in Bezug auf eigene Mitarbeiter sein. Ist ein Mitarbeiter
bei einer Entwicklung einer Maßnahme beteiligt, so ist dies ein erster Grundstein, um die Zuversicht
auch beim Mitarbeiter zu erreichen. Eine entsprechende Kommunikation beim Erreichen des
Ergebnisses durch die Führungskraft an den Mitarbeiter ist essenziell. Es entsteht dadurch ein
Vertrauen der Führungskraft entgegen und auch Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Und wer
sich schließlich selbst vertraut, dem können auch andere vertrauen. Wenn das Gegenüber merkt, wie
sehr man von etwas überzeugt ist, entsteht Vertrauen. Dies überträgt sich durch die Sicherheit, die
man selbst ausstrahlt. Allerdings nur, wenn man mit Zuversicht diese Überzeugung vermittelt. Das
Gegenüber nimmt somit eine Kompetenz wahr und nimmt diese auch an.
Eine Begegnung mit einer zuversichtlichen Person kann erfrischend sein. In der heutigen Zeit wird
viel gejammert. Man empfindet es daher als positiv, wenn man erkennt, dass es sich nicht „nur“ um
Optimismus handelt. Es kann sogar dazu führen, dass man selbst davon angesteckt wird. Trifft man
auf Personen, die Maßnahmen erläutern, kreativ sind und mit diesen Werten eine zuversichtliche
Grundhaltung entwickelt, kann einen dies selbst (noch) zuversichtlicher machen.

 

Ein Praxisbeispiel:

Im Rahmen eines großen Pitches wurde mir zum Abschluss die Frage gestellt, wie ich im Laufe des
Projektes mit einem bestimmten Problem umgehen würde. Ich hatte auf diese Frage keine konkrete
Antwort, konnte also nichts versprechen. Ich habe aber folgendermaßen geantwortet: “Ich arbeite
mit dem besten Team und bin absolut davon überzeugt, dass dieses Team in diesem Fall eine
adäquate Lösung erarbeitet”.

Ein Jahr später habe ich erfahren, dass diese Antwort dem Auftraggeber ein so gutes Gefühl
vermittelt hat, dass man sich für mich entschieden hat.

In der täglichen Arbeit mit den Mitarbeitern unserer Auftraggeber weisen wir immer wieder auf ihre
Haltung gegenüber dem Kunden hin. Der Kunde erhält damit oft einen völlig neuen Stellenwert.
Durch richtiges Zuhören und Verstehen des Kunden werden dann Lösungen angeboten, die dem
Kunden ein gutes Gefühl vermitteln und (oft verloren gegangenes) Vertrauen zurückgewinnen. Die
Mitarbeiter entwickeln durch dieses positive Kundenverständnis ein Vertrauen in ihre eigene Arbeit
und vermitteln dieses Selbstvertrauen in den Gesprächen. Dadurch entsteht Zuversicht und noch
mehr eigenes Vertrauen. Es entwickelt sich ein nachhaltiger, positiver Kreis.

 

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Möchten Sie mehr über uns erfahren oder sich beraten lassen?

Über den Autor:

Holger Abeln

Holger Abeln

Geschäftsführer Regensburger Business Institut

Holger Abeln war 25 Jahre lang in führenden Positionen von großen mittelständischen Unternehmen und Konzernen tätig.

Im Jahr 2016 zog er die Karriere-Reißleine und gründete das Regensburger Business Institut. Er berät heute branchenübergreifend Unternehmen in professioneller Kundenkommunikation und Management.