Als Führungskraft richtig zuhören – so funktioniert es
Richtig zuhören

So können Führungskräfte von richtigen Zuhörern zu echten Mitarbeiter-„Verstehern“ werden

Führungskräfte neigen oft dazu nur kurz zuzuhören und beurteilen die Aussagen der Mitarbeiter dadurch zu schnell. Sie konzentrieren sich eher darauf zu sprechen, als dem Gegenüber das Wort zu überlassen und das Gesprochene auch anzunehmen. Mitarbeiter erkennen allerdings, ob die Führungskraft ein ehrliches Interesse daran hat, was sie ihm mitteilen oder ob dieser nur mit halbem Ohr im Gespräch dabei ist. Sie geben den Mitarbeitern dadurch ein Gefühl der mangelnden Wertschätzung, und dass sie in diesem Moment nicht wichtig genug sind, auch wenn die Intension der Führungskraft eigentlich eine andere ist.

Bei Gesprächen kann es zudem zu inhaltlichen Missverständnissen kommen. Der Mitarbeiter fühlt sich unverstanden und nicht ernstgenommen. Frust und Resignation tritt ein. Das kann sich auf die Motivation der Mitarbeiter niederschlagen. Sie müssten viel Zeit und Energie investieren, um ihren Standpunkt dennoch vertreten zu können. Zeit, in welcher sie nicht ihren Aufgaben nachgehen können. Schlussendlich leiden die Effizienz und Effektivität bei den Mitarbeitern und im Team. 

Um dem entgegenzuwirken wurde die Methode des „aktiven Zuhörens“ entwickelt. Diese soll die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter stärken und gegenseitigem Respekt und Vertrauen vermitteln.

Durch eine offene, empathische Grundhaltung, einem authentischen Verhalten und einer positiven Beobachtung werden zukünftige Gespräche für beide Seiten angenehmer und wertvoller. Führungskräfte nutzen die Methode des richtigen Zuhörens als Werkzeug der Gesprächsführung. Anhand der Körperhaltung und der Mimik und Gestik wird dem Mitarbeiter Wertschätzung gegenüber gebracht. 

 

Die fünf wichtigsten Grundlagen eines richtigen Zuhörens

1. Zustimmen

Einfache Zustimmungen bringen den Mitarbeiter zur Ruhe und fördern somit einen offenen und vor allem konstruktiven Austausch. Bereits durch kleine Signale wie „Genau“, „Verstehe“ oder einem zustimmenden „Hmm“ können sie dem Gegenüber vermitteln, dass Sie einer Meinung sind und ihn bei seinem Anliegen unterstützen.

2. Das Gespräch nochmals mit eigenen Worten zusammenfassen

Wenn der Mitarbeiter merkt, dass Sie ihn richtig verstanden haben und ihm Mut machen, wird er dazu bereit sein, weitere, für ihn wichtige Details zu äußeren.

Sie können dies beispielsweise durch „Meinten Sie damit, dass…“ oder „Habe ich das richtige verstanden, dass…“ einleiten und halten somit gleichzeitig den Gesprächsfluss am Laufen.

3. Nachfragen

Möchten sie genauere Informationen von Ihrem Mitarbeiter erhalten oder genauere Beweggründe erfahren, scheuen Sie sich nicht danach zu fragen. 

Durch ein Einfaches „Was meinen Sie genau damit?“ oder „Könnten Sie mit das bitte genauer erklären?“ zeigen Sie auch gleichzeitig Interesse an seinem Anliegen und geben Ihrem Gesprächspartner auch ein Gefühl der Wertschätzung. Der Mitarbeiter möchte verstanden werden und wird Ihnen daher alle wichtigen Details vortragen.

4. Einfühlungsvermögen

Können Sie versteckte Botschaften im Gesagten erkennen? Gehen Sie auf das ein, was auf der Gefühlsebene mitschwingt. Hierfür benötigt es Einfühlungsvermögen. Nutzen Sie hier Formulierungen wie z.B. „Ich habe das Gefühl, dass…“ oder „Das hört sich an wie…“. Durch das Aussprechen und Verbalisieren von Gefühlen fühlt sich der Mitarbeiter abgeholt. 

5. Gegenseitiger Respekt

Nur wer jemanden respektiert kann auch das Gegenteil verlangen. Daher lassen Sie den Mitarbeiter aussprechen. Es ist wichtig ihm nicht ins Wort zu fallen und Pausen zuzulassen. Diese sollten gemacht werden, damit der Mitarbeiter auch Zeit hat Ihre Botschaften zu verarbeiten.

Es ist wichtig und richtig diese fünf Grundlagen zu verstehen und auch umzusetzen. Nur so kann es ein offenes Gespräch werden, bei welchem sich auch der Mitarbeiter wohlfühlt und gerne seine Anliegen anspricht.

Allerdings sollten neben diesen verbalen Grundlagen auch die nonverbalen nicht zu kurz kommen. Durch Ihre Körperhalten signalisieren Sie das Sie Aufmerksam sind und Ihrem gegenüber zuhören.

Das wichtigste hierbei sind folgende Punkte:

– Achten Sie auf ausreichenden Blickkontakt

– Signalisieren Sie durch ein Nicken, dass Sie das Gespräch aktiv verfolgen

– Nehmen Sie eine zugewandte und offene Körperhaltung ein

– Schreiben Sie Stichpunkte mit. Das unterstreicht das aktive Zuhören und kann ein      Anhaltspunkt für Nachfragen sein.

Die Methode des richtigen Zuhörens kann bei vielen Gespräche angewendet werden. Bei Delegationsgesprächen, Personalgesprächen oder auch Teambesprechung, im Prinzip ist es bei jedem Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitern sinnvoll. Einerseits fühlt sich der Mitarbeiter akzeptiert und ernstgenommen und Sie erfahren andererseits die Beweggründe und Standpunkte Ihrer Mitarbeiter. Auf dieser Basis ist eine vertrauensvolle, positive Gesprächsatmosphäre möglich, egal, welche Entscheidungen getroffen oder vermittelt werden müssen.

Am Ende trifft die Führungskraft die Entscheidungen. Diese ist schließlich für die Zielumsetzung verantwortlich. Durch die Meinungen und das Wissen der Mitarbeiter können diese allerdings zur Entscheidungsfindung beitragen. Nachweislich arbeitet dieser somit motivierter mit, um die Entscheidung umzusetzen.

Allein deshalb lohnt es sich, seinen Mitarbeitern richtig und aktiv zuzuhören.

 

Aktives Zuhören kann man erlernen

Aktives Zuhören ist vor allem eine Frage der inneren Einstellung und an dieser kann man arbeiten. Sie sollten sich für das Gespräch ausreichend Zeit nehmen. Gutes Zuhören erfordert gleichermaßen Konzentration und Disziplin. Auch Einfühlungsvermögen, Offenheit und echtes Interesse ist von großer Bedeutung. Des Weiteren, ist eine positive, urteilsfreie Grundhaltung zum Gegenüber notwendig. 

 

 

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Über den Autor:

Holger Abeln

Holger Abeln

Geschäftsführer Regensburger Business Institut

Holger Abeln war 25 Jahre lang in führenden Positionen von großen mittelständischen Unternehmen und Konzernen tätig.

Im Jahr 2016 zog er die Karriere-Reißleine und gründete das Regensburger Business Institut. Er berät heute branchenübergreifend Unternehmen in professioneller Kundenkommunikation und Management.